Das kurze Leben (von Esmeralde Z. K. Kurt)

Sie mochte es auf laubbedeckten Wegen im Wald zu spatzieren. Sie mochte den Wind, der ihr das Haar in die Lüfte der Stille pustete. Sie mochte die goldgebräunten Blätter; auf die sie drauf trat und wobei sie ihre knisternden Geräusche hören durfte. Und deshalb mochte sie auch den Herbst. Den Schal um den Hals gelegt ging sie, ohne die schöne Herbstlandschaft zu versehen, geradeaus. Sie sah Menschen, die sich über das Laub, die auf die Straßen gestruet waren, beklagten. Kinder sah sie, die fröhlich und unbesorgt, fangen spielten. Ein alter Mann, mit einer Zigarette im Mund, hatte sich an eine Straßenlaterne gelehnt. İn einer Hand hielt er einen Kaffeebecher und in der andren eine Zeitung, die er aufmerksam las. Auf der anderen Straßenseite bellte ein Hund, der wahrscheinlich auf seinen Futter wartete. Am Himmel sah man die Sterne. obwohl die Nacht noch nicht ganz eingetroffen war. Den Mond konnte sie nicht sehen. Als sie auf dem Spielplatz kleine Kinder sah, die den Sand aus ihren Schuhen rausklopften, bemerkte sie, dass ihre Füße müde waren. Unter einem Baum lag eine Bank platziert. Sie kam ihr wie gerufen. Sie ging mit leichten Schritten in Richtung Bank und setzte sich hin. Der Baum neben ihr besaß keine Blatter mehr. Es war kahl und leer. Sie atmete die Luft tief ein und wieder aus. Alles Lebewesen war in die Stille vertieft. Sie dachte nach. Sie dahcte nach, ob sie je wieder den Herbst erleben wird. Ob sie je wieder auf laubbedeckten Wegen gehen wird. Ob der Wind je wieder ihre Haare sanft berühren wird. Das wusste sie nicht...

4.8.14 00:05

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